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Ausflüge in die Umgebung von Taormina
Mit dem Auto, zu
Schiff oder zu Fuß ...
Castelmola (hoch über Taormina, 25 Minuten zu Fuß)
Am Tor des Guesthouse Isoco
beginnen die Stufen nach oben, nach Castelmola: Eine Handvoll Häuser - rustikal, antik,
einfach charmant, vor einem atemberaubendem Panorama, an den Berg geklebt, hoch über dem
Meer. Es fehlt nicht an antiken Monumenten, seien es die Ruinen des normannischen
Kastells, der Kirche Chiesa Madre, San Giorgio, San Biago - allesamt Zeugen der wilden
Sarazenenzeit. Darüber hinaus gibt es bezaubernde Flecken Natur, die jeden begeistern
können, der den Blick dafür hat. Und noch etwas: Wer bereit ist, jegliche Prüderie auf
der Straße zurück zu lassen, betritt die Bar Turisi. Dort erwartet einen eine gerade
für Sizilien völlig unübliche Attraktion besonderer Art. Auf mehreren Etagen sind
Exponate ausgestellt, die man hier wirklich niemals erwarten würde ... Ob für Mann oder
Frau, da ist doch glatt für jeden die Überraschung sicher!
(mit dem Auto in 20 Minuten)
Forza D´Agrò
Im Schutz des Kap S. Alessio,
am äussersten Nord-Ost Rand der Tauro-Krone, 420 m über dem Meeresspiegel, erhebt sich
das antike Terrain von Forza dAgrò: Von tiefen Schluchten umgeben, im Licht
rötlich- verbrannter Klarheit und vor unendlichen Horizonten wird man im normannischen
Kastell, seit anno 1876 als Friedhof umfunktioniert, von einer Melancholie umfangen, die
einzigartig süß und weich ist.
Die Mumie von Savoca
(mit dem Auto in 30 minuten)
300 Meter über dem Meeresspiegel, erhebt sich auf einem Hügel mit
zwei
Kuppen das antike Dorf Savoca. Dort, innerhalb des alten Klosters der
Cappucciner-Mönche gibt es eine Krypta mit Grabstätten - mit Mumien, die
die alte Erde von Savoca berühmt gemacht haben. Das Mumifizierungsverfahren der
sterblichen Hülle entsprach der Methodik, wie sie aus dem alten Ägypten überliefert war
und 60 Tage dauerte es, den Leichnam den Säuberungs- und Konservierungsprozessen zu
unterziehen. Wenn man den Besucherströmen glauben kann, zählen die Katakomben zu den
Attraktionen Siziliens und nicht umsonst verfasste der Historiker Santo Lombardo über sie
eines seiner Werke.
(20 Minuten mit dem Auto) Die Schluchten von Alcantara
Alcantara, arabisch Al Qanrarah, bedeutet Brücke. Wer dort nicht war, kennt nicht alle
Sehenswürdigkeiten der Region! Aus mehreren Quellen in der Gegend von Floresta, gespeist
aus Flüssen der Nebrodi und Peloritani wächst ein Gebirgswasser, das am Ende ins
Ionische Meer verschwindet. Bis das allerdings soweit ist, schäumt es kilometerlang durch
Schluchten, bildet Seen gespeist aus Wasserfällen, um dann wieder durch die nächste
Schlucht an glatt-polierten Basaltwänden vorbei eiskalt gen Meer zu fließen. Es läßt
sich auch nicht durch Menschenhand geschaffene Unterbrechungen aufhalten, die es zu einem
lohnenden Verweil- und Excursionsziel in der Nähe Taorminas machen. Den Hinweisschildern
"Gole d¹Alcantara" nach, von der Straße aus noch nicht ersichtlich, erstreckt
sich nach einer Abfahrt mit einem Aufzug (es gibt natürlich auf Treppen) ein Park,
in dessen Mitte die Wasser des Alcantara fließen. Gut vorbereitet, dass heisst mit
Badekleidung, festen Stoffschuhen an den Füßen und absolut ein geübter Schwimmer, kann
man sich flußaufwärts so weit wagen, das man einen der Seen erreicht. Bis dahin stapft,
rutscht, klettert und schwimmt man und fröstelt so manches Mal in der Kälte eines
Gebirgswassers. Andere nehmen sich vor, nicht so weit vordringen zu wollen und legen
dafür Wert auf schützende Kleidung und weniger Kälteempfinden. Wasserdicht verpackt
kehrt man dann in seinem geliehenen Gummioverall und wasserdichten Stiefeln nach etlichen
Metern wieder um, weil diese Montur für weite Strecken dann doch zu unbequem ist.
Aber man war drin, in den Wassern des Alcantara ...
(2,5 Stunden mit dem Auto)Agrigento
(Das Tal der Tempel )

Ein architektonisches Ganzes
verblichener Kultur in gigantischer Schönheit. Nicht nur Historiker, auch Touristen sind
bereit, diese Ansammlung früher Zeitzeugen als solches zu bezeichnen. Den Jahrtausenden,
seiner Wetter und auch seiner Eroberer zum Trotz erheben sich die muschelhaltigen
Tuffsandstein-Säulen der prächtigen Tempel der Juno Lacinia, der Concordia, des
Herkules, derer von Castor und Pollux und des olympischen Göttervaters Zeus. Mächtige
menschliche Standbilder, die Telamone, ergänzen das Rund archäologischer Attraktionen.
Folgen Sie Besuchern aus aller Welt und treten Sie in die Fußstapfen der Karthager, der
Römer, der Goten, der Byzantiner, der Normannen und der Türken.
Ätna (1 Stunde mit
dem Auto)
Der größte europäische Vulkan schlummert nur. Jederzeit bereit,
die Kräfte der Erde herauszulassen, ist er eine Drohung, aber er ist auch Wahrzeichen. In
der Mythologie als Schmiede des Vulcanos und der Zyklopen bezeichnet, ist er heute mit
seiner schneebedeckten Kuppe hinter blühenden Mandelbäumen das Vorzeigefotomotiv
Siziliens. Seine mit Lava- Schutt bedeckten Hänge sind fruchtbare Erden für
Weinterrassen, Oliven-, Mandel- und Citrusfruchtplantagen. Höher hinauf, bis etwa 2000 m
über dem Meeresspiegel, ist er bewaldet und dann folgt karge Mondlandschaft. Deren
Zentrum sind Krater und etwa 250 ab und zu spuckende Kegel. Der Hauptkrater, 3 km Umfang
und 200 m tief, läßt meistens nur noch Gase aufsteigen. Bis hierhin kann, wer möchte,
zuerst mit der Seilbahn und dann zu Fuß gelangen. Empfindlich kalt, auch im heissesten
Hochsommer, pfeift hier oben der Wind einem die Haare zu Berge und durch die Kleidung
durch und durch. Doch es lohnt sich, dem schaurigen Schlund nahe zu treten und über
seinen Rand dorthin zu spähen, wo einst die Brocken flogen und die Feuer spien. Besonders
nachts wird das zum Erlebnis. Sieht man doch im Dunklen besonders gut das Brodeln der
siedenden Lava in den Spalten. Und wer noch etwas Besonderes sucht, richtet sich darauf
ein, den Tagesanbruch auf dem Ätna er erleben: Zuerst erstrahlt der Gipfel im Licht der
aufgehenden Sonne, nach und nach schwinden die Schatten, erst in der Umgebung, dann lösen
sie sich auch in der Tiefe auf und "lo stretto" (die Meerenge von Messina) und
die Küsten Calabriens bis auf die Höhen des Aspromonte hinauf liegen im goldenen Licht.
Doch nicht genug, auch die Eolischen Inseln, die Stadt Siracusa und der Felskegel von
Acicastello zeigen sich goldig beschienen, bevor das Flimmern der Tageshitze die Farben
mindert.
Die Äolischen
Inseln (1 Stunde mit
dem Auto und 20 Minuten mit der Tragflügelboot bis Vulcano)
Inseln der Überraschung und der
Kontraste - Eolo, Herr der Winde, gab ihnen ihren Namen (frei nach Homer). Erdbeben und
Vulkanausbrüche schufen die Inseln, gaben ihnen ihre Gestalt, hoben sie über den
Meeresspiegel der Ionischen See: Karge Kegel oder eiförmige Felsklumpen - Lipari,
Vulcano, Salina heissen die größeren, Panarea, Alicudi, Filicudi oder Stromboli, das
sind die kleineren. Bizarrer Landschaftsexpressionismus, hervor gegangen aus vulkanischen
Kräften gibt den Äolischen ihre einzigartige Prägung. Sie lockt immer wieder den
Besucher, der das Besondere mitten im blauen Meer des Südens sucht. Früher sicherer
Zufluchtsort für Seeräuber, bieten die Inseln des Archipels heute den Bewohnern
Einkommen aus dem Bimssteinabbau, dem Weinanbau (Malvasier) und natürlich dem
Fremdenverkehr. Charakteristisch, von Besuchern gern in Augenschein genommen und auf den
Film gebannt, ist die Architektur der weissen, einstöckigen Häuser mit ihren
farbenfrohen Keramikböden, den vorgelagerten Terassen mit ihrer Schilfrohrüberdachung.
Passend und genügend für eine Landschaft unter mildem Klima und spärlichen
Niederschlägen. Einladend für Momente und Tage fernab von Stress und westlicher Eile.
(2,5 Stunden
mit dem Auto)Piazza Armerina
In den Bergen der Erei, 721 m hoch über dem
Meeresspiegel, etwa 30 km von Enna entfernt liegt Piazza Armerina mit seinem historischen
Ortskern. Umgeben von einer der schönsten Landschaften von Sizilien - Wäldern, Obst- und
Olivenplantagen, erhebt sich im Mittelpunkt der wuchtige Dom. Orazio Torriani legte 1627
den Grundstein für dieses Moment, dass durch spätere An- und Ausbauten zahlreiche
Facetten unterschiedlicher Kulturepochen zeigt. Weitere historische Anziehungspunkte sind
das Kastell Spinello aus dem 14. Jahrhundert, die barocke Peterskirche und die des Hl.
Andreas. Die größte Sehenswürdigheit hingegen ist das, was von der römischen Villa
Casale übriggeblieben ist (ca. 6 km außerhalb der Ortschaft). Der altrömische Landsitz,
erbaut zwischen dem 3. und 4. Jh. N. Chr. wurde in den Jahren zwischen 1930 und 1960 vom
Schlick der Jahrhunderte befreit. Es ist der größte römische Bau auf Sizilien und einer
der wichtigsten der gesamten Antike. Heute ist die Villa mit ihrem zerstörten Dach und
ihren fantastischen Mosaikböden unter einer Kunststoffhaube den Witterungs- und
Zeiteinflüssen gegenüber geschützt. Absolut sehenswert sind die Festspiele zum 15.
August in Piazza Armerina: Palio dei Normanni - der Einzug des Normannen Rüdiger wird
nachgestellt und mit Prozessionen, Reiter- und Kampfspielen wird eine Epoche in ihren
traditionellen Kostümen wieder höchst lebendig.
Siracusa (2 Stunden mit dem Auto)
Historisch wertvoll und ein
illustres Ziel für alle, die in besondere Stimmungen eintauchen wollen: Siracusa vereint
Antike und Moderne gleichermaßen. Romantische Ristorante mit ihren typischen
Spezialitäten bereiten unvergeßliche Abendstunden unter bunten Lichtern in
Schmiedeeisen. Tagsüber locken die Zeugen der Antike. Dies zeigt sich auf der Insel
Ortigia, wo sich der alten Stadtkern befand: Zwar nur noch spärlich, doch vorhanden sind
die Überbleibsel des Apollo- und Artemis-Tempels, des Arethusa-Brunnen und der Burg
Maniace. Spektakulär ist auch die Statue des Archimedes - völlig untypisch für einen
antiken Torso zeigt sich die Figur mit einem Spiegel. Nach der Überlieferung soll es
Archimedes gelungen sein, mittels eines Spiegels feindliche Schiffe von einer Anhöhe aus
in Brand zu stecken ...
(30 Minuten
mit dem Auto) Die Cyclopenküste
Acireale, Acitrezza, Acicastello sind
die Perlen der Cyclopenküste - eine der reizvollsten Küstenstriche an einem azurblauen
sauberen Meer. Pittoreske Ortschaften, die ihre ursprüngliche Schönheit bis heute nicht
eingebüßt haben, sind lohnende Ausflugsziele für Momente ins Eintauchen in Romantik und
Legenden. Acireale, vom Erdbeben in 1693 zerstört und wieder aufgebaut, seitdem mit einem
starken Flair aus dem 18. Jahrhundert behaftet, zeugt mit Relikten religiöser Aspekte:
die schönsten sind die Kirche San Sebastiano und die Basilika der Hl. Peter und Paul -
dem Himmel sei Dank vom Erdbeben verschont geblieben. Kommen wir nach Aci Trezza, wo auch
schon Odysseus auf seinen Irrfahrten zurück in seine Heimat Ithaka vorbei kam und auf den
Cyclopen Polyphem traf. Der soll der Legende nach Felsbrocken dem Schiff des Odysseus
nachgeschleudert haben - heute noch als die "Faraglioni" im Meer zu sehen. In
einem der Küstenristoranti Aci Trezzas sitzend, diesen geschichtsträchtigen Felsbrocken
gegenüber, kann die Antike wieder wach werden ... Nicht weit davon erreicht man Aci
Castello, einen Fischerort. Vom Hafen aus läuft die Landschaft in ein Vorgebirge aus,
über dem die Ruinen eines mittelalterlichen Kastells auf einem Felsen thronen - von den
Saraszenen anno 902 zerstört, um anno 906 von ihnen wieder aufgebaut zu werden. Nach 1000
eroberten die Normannen das Kastell und machten es anschließend dem Bischof von Catania
zum Geschenk. Anno 1126 beherbergte es die hl. Reliquien der S. Agata die von
Konstantinopel nach Catania kamen. Doch als 1169 der Ätna seine Lava über das Land
schüttete, verschwanden sie für immer unter der Erde ...

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